Politische Bildung
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OSZ Bürowirtschaft und Verwaltung

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„Damals waren wir Nummern, heute sind wir Menschen“
Zeitzeugen berichten über das KZ-Außenlager Lichterfelde.

Ein Dokumentarfilm von Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums am OSZ Bürowirtschaft und Verwaltung im Rahmen der Fünften Prüfungskomponente

 

Die Hintergrundinformation zum Projekt

Zwischen 1942 und 1945 betrieb die SS an der Wismarer Straße am Teltowkanal in Berlin-Lichterfelde ein Außenlager des KZ Sachsenhausen. Dort wurden zeitweilig über 1000 Zwangsarbeiter interniert und auf Berliner Baustellen verteilt. Heute steht dort ein Mahnmal, die „Säule der Gefangenen“, für dessen Errichtung  sich eine Bürgerinitiative stark gemacht hat. Diese Initiative, getragen v.a. von Herrn Klaus Leutner und Herrn Dr. Günter Thiede, führt auch seit einigen Jahren jeweils am 8. Mai eine Gedenkveranstaltung durch, zu der Überlebende des damaligen KZ-Außenlagers aus ganz Europa eingeladen werden.

Das Projekt

Im vergangenen Jahr ergab sich die günstige Konstellation einer Kooperation zwischen der Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde, dem Medienverein Metaversa und Schülerinnen und Schülern unserer Schule. Die Intention der Schüler war es, Zeitzeugengespräche mit Überlebenden des Lagers zu führen und diese Interviews in die Fünfte Prüfungskomponente ihrer Abiturprüfung einzubringen. Die Schüler Joelle Bruckschen, Sandra Ljevar, Steve Kunze, Melvin Lange und Christopher Springer bereiteten die Gespräche mit sechs Überlebenden des Lagers aus der Ukraine, aus Polen, aus den Niederlanden, Tschechien und Deutschland schon Wochen vor den Interviews vor, nahmen die Zeitzeugen-Interviews mit einer Filmkamera auf und bearbeiteten und strukturierten das gefilmte Material. In dieser Arbeitsphase kam es zu einer engen Kooperation der Schüler/innen mit dem Medienverein Metaversa, insbesondere Herrn Daniel Abma, der die medienpädagogische Beratung übernahm, und der Bürgerinitiative, insbesondere den Vorsitzenden Herrn Leutner und Herrn Dr. Thiede, die die fachliche Beratung stellten.

Das Produkt

Nachdem das Material bearbeitet war, wurde es zu einem 40minütigen Film zusammengestellt und auf DVD gebrannt. Schon während der Projektkernzeit kam es zu zahlreichen Presseberichten in der Berliner und Brandenburger Presse, u.a. in der Berliner Zeitung und in der Märkischen Allgemeinen. In der als Film vorliegenden Fassung hatte der Beitrag dann eine beachtliche weitere Erfolgsgeschichte.

  • Am 1. November 2008 wurde der Film vor über 100 Zuschauern im Bali-Kino in Berlin-Zehlendorf gezeigt.
  • Am 19. Januar 2009 stellten die Schüler/innen ihren Film auf der Veranstaltung „denk!mal“ im Abgeordnetenhaus von Berlin vor und wurden dort u.a. von dem Parlamentspräsidenten Walter Momper belobigt.
  • Zwei der Schüler erhielten für den Freitag in der Vorwoche eine Einladung aus dem Bundespräsidialamt, um zusammen mit wenigen ausgewählten Schülern mit dem Bundespräsidenten Horst Köhler über das Thema „Erinnern und Gedenken“ zu sprechen, der sich dadurch auf seine Rede im Deutschen Bundestag am Auschwitz-Gedenktag vorbereiten wollte.
  • Am 27. Januar 2009, dem Auschwitz-Gedenktag, haben die Fünf ihr Projekt der Schulöffentlichkeit vorgestellt, dazu begleitende Reden gehalten und bei der Schülerschaft für solche historisch-politische Projekte geworben.
  • Am 5. Juni 2009 haben die Schüler/innen ihren Film im Rahmen der Fünften Prüfungskomponenten des Abiturs 2009 präsentiert und ein eindrucksvolles Colloquium bestritten.
  • Am 20. Juni 2009 fand im baden-württembergischen Ludwigsburg ein Filmfestival statt, das „Video der Generationen“. Im Wettbewerb des von der Bundesfamilienministerin, Frau Ursula von der Leyen, getragenen Festivals erreichte der Film den zweiten Rang.

Das Resümee

Das Projekt und der entstandene Film „Damals waren wir Nummern, heute sind wir Menschen. Zeitzeugen berichten über das KZ-Außenlager Lichterfelde“ steht beispielhaft für mehrere Aspekte moderner, politisch- historisch engagierter Bildungsprojekte. Drei Aspekte seien hier hervorgehoben:

  1. Die Öffnung von Schule und die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Einrichtungen, hier der Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde und dem Medienverein Metaversa vermag außerordentlich fruchtbare Ergebnisse hervorzubringen. Herausgestellt sei in diesem Zusammenhang v.a. auch der hohen formalen Qualitätsstandards genügende Filmbeitrag.
  2. Die Kompetenzentwicklung der Schüler/innen erhielt auf ganz unterschiedlichen Ebenen enorme Impulse und Qualifizierungen. Genannt seien hier insbesondere die Medienkompetenz (z.B. bei der Herstellung eines dramaturgisch aufgebauten Filmes), die kommunikative Kompetenz (z.B. bei der Planung und Realisierung der Interviews) und die historische Fachkompetenz, die durch die Beschäftigung mit dem Lager und den Biographien der Zeitzeugen einen Ausschnitt deutscher Geschichte in sehr eindrucksvoller Weise erschließen konnte.
  3. Unter fachlichen und didaktischen Gesichtspunkten ist die hier vorgestellte Schülerarbeit ein außerordentlich gelungenes Beispiel für konkrete historische Aufarbeitung und ein außerordentlich gelungenes Beispiel für einen praktischen Beitrag zur Erinnerungskultur.

 

Die DVD ist beim Fachbereich Politische Bildung kostenlos erhältlich.

Dr. Werner Polster
E-Mail Dr. Polster
Fachbereichsleiter Politische Bildung am OSZ Bürowirtschaft und Verwaltung
Berlin, den 10. Juli 2009

 

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