EU-Projekttag 2010
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OSZ Bürowirtschaft und Verwaltung

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Diskussions- und Informationsveranstaltung mit Frau Margot Tuzina (EU-Kommission Berlin)

Die Europäische Union und die Griechenland-Krise

Ein Bericht vom EU-Projekttag (11.05.2010)

Anlässlich des diesjährigen EU-Projekttages fand am Beruflichen Gymnasium des OSZ Bürowirtschaft und Verwaltung eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zur Griechenland-Krise statt. Schülerinnen und Schüler des zweiten Semesters sowie Kolleginnen und Kollegen nahmen reichlich teil und versuchten des nicht gerade einfachen Themas habhaft zu werden. Geholfen hat dabei Frau Margot Tuzina, Pressereferentin bei der EU-Kommission Berlin.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit dem Radiokommentar von Hans-Ulrich Jörges auf Radio 1 vom 04. Mai 2010. In dem Kommentar vertrat Jörges die damals noch ungewöhnliche These, dass es sich nicht um eine Griechenland-Krise – wie in Deutschland v.a. in der Boulevard-Presse zu lesen war – handele, sondern um eine aggressive Attacke aus internationalen Hedgefonds-Kreisen, die nicht auf das kleine Griechenland ziele, sondern auf die gesamte europäische Währungsunion. Die europäischen Politiker sollten sich rüsten: „Wer Krieg will, soll ihn bekommen“ – so lautete der kernige Schlusssatz des Kommentators.

Frau Tuzina griff die Thesen Jörges‘ auf und versuchte sehr gewandt den Schülerinnen und Schüler die komplexen Zusammenhänge zu erklärten. Es entwickelte sich eine ungewöhnlich anregende Diskussion. Aufgeworfen wurde die Frage, ob durch die neue Politik der EZB nicht die Inflation gefördert würde, da ja die EZB dazu übergegangen sei, griechische Staatspapiere, die am herkömmlichen Geldmarkt kaum mehr unterzubringen waren, aufzukaufen. Zu klären waren ferner, in welcher konkreten Form denn die Griechenland-Hilfe gelistet würde. Herauskam, dass es sich nicht um direkten Zuwendungen („Schenkungen“), wie in der Boulevard-Presse unterstellt, handelt, sondern um Bürgschaften und Kredite, die mit Zinsen zurückzuzahlen sind. Problematisiert wurde schließlich auch, ob die Hilfen für Griechenland denn nicht ein schlechtes Beispiel für andere Länder (Spanien und Portugal z.B.) darstellten, da diese dazu verleitet werden könnten, weiter „unsolide“ Haushaltspolitik zu betreiben. Nicht zuletzt war ein Thema, dass die gegenwärtige europäische Misere auch an der extremen Exportorientierung der Bundesrepublik liege, die von der Kreditaufnahme in anderen Ländern profitiere.

Man sieht: die Schülerinnen und Schüler haben sich an ein sehr aktuelles, sehr komplexes und sehr umstrittenes Thema gemacht, das so im „normalen“ Unterricht kaum zu bewältigen ist. Mit Hilfe der engagierten und kompetenten Vertreterin von der EU-Kommission wurde so der EU-Projekttag 2010 auf eine sehr sinnvolle Art bestritten.

Felix Ehmann (Berufliches Gymnasium)

 


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